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Zur Person von
Frau Rosemarie Reichwein

Zusammengestellt von Renate Steinchen
auf der Grundlage von Tagebuchaufzeichnungen
Rosemarie Reichweins

1904

24. Juli in Berlin-Halensee als zweites Kind und erste Tochter des Regierungsrats Ludwig Pallat und dessen Frau Annemarie, geb. Hartleben, geboren

1921

Schulabschluss mit der 10. Klasse. Aushilfe im Gasthof in Stolberg / Harz. Anschließend Besuch der Schneiderabteilung der Gewerbeschule in Potsdam

1922

Externe, dann interne Schülerin der Elisabeth-Duncan-Schule, die von der Schwester, von Isadora Duncan der ersten Barfußtänzerin - in Potsdam, geleitet wird. Rosemarie entscheidet sich, keine Solotänzerin zu werden, sondern zur Gymnastikausbildung nach Schweden zu gehen. Sie lebt wäh­rend der Ausbildung bei ihrer Tante Gertrud Liljekvist, der Schwester ihrer Mutter

1924

Abschlussprüfung als "Gymnastikdirektör" in Lund, Prüfung zur Erteilung von Schulgymnastikunterricht und Krankengymnastik

1925

Zunächst als Gymnastiklehrerin für Mädchen, später aller Schüler im Landerziehungsheim Schloss Salem bei Mimmenhausen/Bodensee

1926

Weiterbildung in der Gymnastikschule der Gert Fikentscher in München Ausbildung zur Turn- und Sportlehrerin mit abschließendem "Staatsexamen" an der Preußischen Hochschule für Leibesübungen in Berlin-Spandau

1928

Weitere berufliche Tätigkeit als Leiterin eines einjährigen Seminars für Turn- und Sportlehrerinnen an der Frauenoberschule in Wiesbaden

1932

An der Pädagogischen Akademie Halle bildet Rosemarie Reichwein die Studentinnen in Turnen und Sport aus. Im Kollegium der Akademie macht sie die Bekanntschaft mit dem jungen Professor für Geschichte und Staatsbürgerkunde, Adolf Reichwein, der von den Studenten nur "Edolf" genannt wird

1933

30. Januar Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt. Am selben Tag verloben sich Rosemarie Pallat und Adolf Reichwein. 1. und 2. April Hochzeit in Wannsee

Schließung der "roten Akademie" in Halle durch die Nazis

Im Oktober Einzug in Tiefensee, Mark Brandenburg, wo Adolf Reichwein den Unterricht in einer einklassigen Dorfschule übernimmt

1934

Geburt des ersten Kindes

1936

Geburt des zweiten Kindes

1938

Im Sommer Reise nach Schweden und England, Geburt des dritten Kindes

1939

Im Sommer Umzug nach Berlin, wo Adolf Reichwein im "Museum für deutsche Volkskunde" pädagogischer Mitarbeiter wird.

Ausbruch des Zweiten Weltkriegs

1941

Geburt des vierten Kindes

1943

Im Herbst Einzug in Kreisau in die Mansarde des Schlosses der Familie von Moltke

1944

19. Januar Verhaftung Helmuth James von Moltkes

Am 22. Juni nimmt Adolf Reichwein gemeinsam mit Julius Leber Kontakt zu den kommunistischenWiderstandskämpfern Franz Jacob und Anton Saefkow in Berlin auf 4. Juli Festnahme Adolf Reichweins durch die Gestapo 20. Oktober Verurteilung und anschließende Hinrichtung in Berlin-Plötzensee

1944/45

Den Winter verbringt Rosemarie Reichwein mit Freya von Moltke und den Kindern im Schloss. Am 23. Januar wird Helmuth James von Moltke hingerichtet.

1945

Ostern Flucht vor den Russen mit einem Treck ins Riesengebirge.

8. Mai Kriegsende, danach Rückkehr nach Kreisau

1946

Rückkehr nach Berlin. Rosemarie Reichwein bemüht sich um eine Anstellung an der Charité als Krankengymnastin Vorbereitung auf eine Reise nach Schweden; die Reise wird durch den Tod ihres Vaters im Oktober unterbrochen. Ende Oktober Reise nach Lund in Schweden; Einladung von ihrer alten Lehrerin in das Zentral-Institut in Stockholm zur Berufsauffrischung

1947

Beginn der Berufsarbeit in der Charité, teilweise auch im Oskar-Helene-Heim in Berlin-Zehlendorf

1950

Eröffnung einer eigenen krankengymnastischen Praxis am Bahnhof Berlin-Wannsee

1956

Im September Reeducation-Kurs in Wilton Park in Südengland.

Am 11. Oktober lernt Rosemarie Reichwein das Bobath-Center in London kennen. Hier kommt sie zum ersten Mal mit der für sie entscheidenden Therapiemöglichkeit für zerebral geschädigte und spastisch gelähmte Kinder in Berührung

1957

Im Mai Besuch des Bobath-Lehrgangs, Teil I, im Oktober Teil II

Im Juli Tod des Vaters Adolf Reichweins, Karl Reichwein

18. November Dr. Karel Bobath kommt auf Einladung der Eppendorfer Kinderklinik nach Hamburg und hält einen Vortrag über die von ihm und seiner Frau Berta entwickelten Therapiemöglichkeiten

1958

Dr. Karel Bobath kommt zum ersten Mal durch Rosemarie Reichweins Initiative zu einem Vortrag nach Berlin

Im Juni Gründung des Spastiker-Elternvereins unter Mithilfe von Rosemarie Reichwein; im September Reise nach Schweden und Dänemark, um Informationen über Spastikerbehandlungen zu sammeln

1959

Im Winter Arbeit mit spastisch gelähmten Kindern im Kinder-Erholungsheim "Jägerhof" im Glienicker Park in Berlin-Wannsee und Aushilfe bei Dr. Elsbeth Köng, Bern

Bei ihrem ersten Säuglingskursus bringt Rosemarie Reichwein ihre individuelle Arbeit in Sondertagesstätten in Neukölln und Wedding ein

1960

Im Mai Beginn des Bobath-Lehrgangs zur Säuglingsbehandlung mit Dr. Elsbeth Köng, Bern, in Berlin-Neukölln; einige Berliner Ärzte finden Interesse an den Theorien der Bobath-Therapie

1961

27. Januar Dr. Karel Bobath kommt mit seiner Frau Berta zur Vorführung in die Universitäts-Kinderklinik Auguste-Viktoria nach Berlin-Charlottenburg

Von Ende Januar bis Ende März Fahrt nach Bern, um im Rahmen des Bobath-Lehrgangs imSpastiker-Zentrum der Kinderklinik bei Frau Dr. Elsbeth Köng auszuhelfen

1962

Von November bis Ende Dezember Leitung eines Bobath-Lehrgangs zusammen mit der Kinderärztin und Neurologin, Frau Dr. Soeken, in Berlin

1963

16. November Fahrt zur Spastikertagung nach München mit internationaler Beteiligung

1964

19. Oktober Beginn eines erneuten Bobath-Lehrgangs in Berlin

1965

16. Dezember Grundsteinlegung des von Rosemarie Reichwein mit begründeten Spastikerzentrums in Berlin-Lichterfelde

1966

In Berlin finden von nun an regelmäßig Bobath-Lehrgänge statt

1967

16. Februar erste Vorstandssitzung des Eltern-Spastikervereins im neuen Zentrum

20. Februar Erster Bobath-Lehrgang im neuen Zentrum 26. April Einweihung des Berliner Spastikerzentrums durch Professor Löschke.

13. November Ärztetagung in Berlin über die Therapie nach Bobath, an der auch Dr. Karel Bobath teilnimmt

1968

Im März Bobath-Lehrgang mit Ärztetagung in München, Mitwirkende u.a. das Ehepaar Bobath

1970

18. August Die Frau des Bundespräsidenten, Frau Hilda Heinemann, besucht das Spastiker-Zentrum

1971

Im April Beginn der Arbeiten am Briefband Adolf Reichweins mit Professor Hannes Bohnenkamp und der Herausgeberin Ursula Schulz in Osnabrück

Vom 25. August bis 30. September Rundreise durch die USA

1972

Vom 24. bis 30. September Bobath-Tagung in Bern mit Vorführungen im Hörsaal der Universität

13./14. November Das Ehepaar Bobath kommt zur Tagung über Heimpflegebehandlungen ins Behringkrankenhaus in Berlin-Zehlendorf

1973

Ende Oktober schreibt Susanne Suhr das Vorwort zum Briefband Adolf Reichweins

Im Dezember Tod des alten Freundes Helmut Trüper

1974

24. Juli Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Rosemarie Reichwein

1975

Am 9. Mai unternimmt Rosemarie Reichwein eine Rundreise durch Japan

Mit 71 Jahren reduziert Rosemarie Reichwein ihre Berufsarbeit und behandelt ihre Patienten nur noch zeitweilig

1977

Im September Einweihung des 2. Spastikerzentrums in Berlin-Charlottenburg, Kranzallee

1980

Reise nach Schweden, wo Rosemarie Reichwein ehemalige Kolleginnen und Lehrerinnen trifft

1981

Im Februar Vorführungen von Patienten im Spastiker-Zentrum mit Dr. Elsbeth Köng aus Bern und mit Miss Mary Quinton

1982

4. März Verleihung einer Ehrenurkunde anlässlich der Tagung der "Vereinigung der Bobath-Therapeuten Deutschlands" in Berlin-Spandau

1987

25. November Teilnahme an der Mitgliederversammlung des Spastikervereins im Prettauer Pfad, Berlin-Lichterfelde, Auflösung der Praxis in der Otto-Erich-Straße

1990

Im Februar Treffen in Bern mit den ersten Bobath-Kurs-Teilnehmern

1992

10. Dezember Reise nach Bern zum 80. Geburtstag von Mary Quinton und Teilnahme am Symposion über Säuglingsbehandlung im Inselspital

1993

Im November Treffen mit Dr. Elsbeth Köng, Miss Mary Quinton und Bobath-Therapeuten in Berlin

1996

16. Oktober Versammlung des Spastiker-Vereins im Prettauer Pfad

2002

Rosemarie Reichwein stirbt im Alter 98 Jahren in Berlin

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Foto: Frau Reichwein

Rosemarie Reichwein
Mitbegründerin der
Spastikerhilfe Berlin e.V.